Neujahr wird hier mit großer Freude gefeiert! Es ist ein wunderbarer Anlass für ein weiteres festliches Familienessen mit leckerem Essen und Getränken.
Anstelle eines Weihnachtsbaums schmückt man hier traditionell den Badnjak — eine junge Eiche. In der Neujahrsnacht versammelt man sich in der Regel zuerst am festlichen Tisch, und nach Mitternacht geht man spazieren und gratuliert den Nachbarn und zufälligen Passanten. Ganz wie bei uns! Nur die Neujahrsansprache des Präsidenten gibt es nicht, denn an Neujahr fernzusehen ist hier überhaupt nicht üblich.
Anstelle unseres gewohnten Väterchens Frost kommt zu den Kindern Deda Mraz. Und zwar allein, ohne seine Schneeflocke.
Außerdem gilt in Montenegro, dass Gerichte aus Geflügel auf dem Neujahrstisch ein schlechtes Omen sind — das Glück würde aus dem Haus „wegfliegen“. Darüber hinaus ist der 2. Januar die Zeit des „Hühnerweihnachtsfestes“. Hausgeflügel wird mit allem Besten gefüttert, es werden Trinksprüche auf seine Gesundheit ausgebracht, und man isst es auf keinen Fall.
In der ersten Nacht des Jahres wird in Montenegro gerne gewürfelt bzw. geweissagt. Dabei sagen nicht nur junge Mädchen ihre zukünftigen Bräutigame voraus, sondern eigentlich alle. Jeder möchte wissen, wem das neue Jahr Erfolg bringt und wem neue Liebe. Eine der beliebten Weissagungen ist die mit einem Kürbis. Der erste Gast, der ins Haus kommt, muss am Türschwellenbereich einen Kürbis zerschlagen. Wenn er viele Samen enthält und diese sich im ganzen Haus verteilen, bedeutet das, dass die Familie das ganze kommende Jahr in Wohlstand leben wird.
Volksfeste in der Neujahrsnacht finden in allen großen Städten statt. In Budva — an den Mauern der Altstadt, und in Podgorica — auf dem Platz der Republik. Nach Mitternacht strömen alle, die zu Hause zu Abend gegessen haben, auf die zentralen Stadtplätze, und einige feiern dort schon seit dem frühen Abend. Gegen 00:30 beginnen theatralische Aufführungen, Feuerwerke krachen, und alle gratulieren einander zum Fest.

