Montenegros Flughäfen (Aerodromi Crne Gore) werden umverteilen 4,12 Millionen Euro ihres Gewinns für die Entwicklung des internationalen Flugverkehrs des Landes. Diese Entscheidung wurde von der Regierung Montenegros auf Vorschlag des Verkehrsministeriums getroffen. Die Mittel, die normalerweise in den Staatshaushalt zurückfließen, werden nun zweckgebunden eingesetzt — zur Verbesserung der Luftanbindung und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaft und Tourismus.
Laut Verkehrsministerin Maja Vukićević ist diese Entscheidung eine logische Fortsetzung der Strategie, die auf die Stärkung des Luftfahrtsektors und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaft und Tourismus abzielt.
„Die Entscheidung der Regierung bestätigt unseren Entschluss, den Luftfahrtsektor konsequent weiterzuentwickeln. Nach der Vereinbarung mit Wizz Air über die Eröffnung einer Basis in Montenegro setzen wir den Kurs auf den Ausbau des Streckennetzes und die Schaffung nachhaltiger Wachstumsbedingungen fort“, — betonte Vukićević.
Das Verkehrsministerium wird gemeinsam mit dem Finanzministerium den Zeitplan für die Überweisung der Mittel und die Modalitäten ihrer Verwendung über eine spezielle Haushaltslinie festlegen, die für das Programm zur Entwicklung des internationalen Flugnetzes Montenegros vorgesehen ist.
Konzession verschoben, Fokus auf nachhaltige Entwicklung
Im Gegensatz zu den Nachbarländern hat Montenegro seine Flughäfen bislang nicht an private Betreiber konzessioniert. Serbien, Kroatien und Albanien haben diesen Mechanismus bereits umgesetzt, was zu mehr Investitionen und einer Modernisierung der Infrastruktur geführt hat, aber auch Diskussionen über den Verlust der Kontrolle über strategische Vermögenswerte ausgelöst hat.
Die montenegrinische Regierung hat sich hingegen für den Weg schrittweiser Reformen entschieden — die Entwicklung eines eigenen Managementmodells, das staatliche Beteiligung und Marktmechanismen verbindet. Laut Vukićević wird dieser Ansatz langfristige Stabilität und Unabhängigkeit des Luftfahrtsektors gewährleisten und die mit der Übertragung zentraler Infrastrukturobjekte in private Hände verbundenen Risiken vermeiden.
„Montenegro mit größeren Ländern der Region wie Serbien, Albanien oder Kroatien zu vergleichen, ist unzutreffend — ihre Märkte sind vom Volumen her nicht vergleichbar. Alle drei Länder haben ihre wichtigsten Flughäfen bereits in Konzession gegeben, während wir einen Weg gehen, der eine langfristig nachhaltige Entwicklung gewährleistet“, — erklärte die Ministerin.
Wizz Air könnte das Passagieraufkommen auf einen neuen Rekord bringen
Besondere Aufmerksamkeit in der Regierung gilt der Partnerschaft mit Wizz Air, die Prognosen zufolge zu einem der Schlüsselfaktoren für das Wachstum werden wird. Die Verkehrsministerin betonte, dass Montenegro dank der Eröffnung der Basis der Fluggesellschaft in Podgorica und der Aufnahme neuer Strecken erstmals die Marke von drei Millionen Passagieren pro Jahr überschreiten könnte.
„Wir erwarten, dass mit dem Eintritt von Wizz Air die Zahl der Passagiere an den montenegrinischen Flughäfen erstmals drei Millionen übersteigen wird. Das Unternehmen wird die bestehenden Strecken beibehalten und neue hinzufügen, insgesamt werden es etwa 23 sein. Das wird Montenegro noch zugänglicher und besser angebunden machen“, — betonte Vukićević.
Ihr zufolge hat diese Vereinbarung nicht nur für den Tourismus, sondern für die gesamte Wirtschaft des Landes strategische Bedeutung. Die Flughäfen werden ein höheres Passagieraufkommen verzeichnen, was die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Stärkung regionaler Verbindungen und die Attraktivität Montenegros für ausländische Investoren erhöhen wird.
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Blick in die Zukunft
Die Umleitung der Gewinne Aerodromi Crne Gore in die Entwicklung des Flugverkehrs spiegelt ein neues Modell der Verwaltung staatlicher Gewinne wider, bei dem die Einnahmen strategischer Unternehmen im Land bleiben und für dessen Entwicklung arbeiten.
Eine solche Politik ermöglicht es, die Infrastruktur ohne Erhöhung der Staatsverschuldung zu stärken und ein nachhaltiges Wachstum sowie die finanzielle Eigenständigkeit des Sektors zu sichern.
Montenegro setzt auf schrittweise, aber systematische Veränderungen — durch die Verbindung von staatlicher Steuerung, Partnerschaften mit führenden Fluggesellschaften und transparente Gewinninvestitionen. Diese Richtung zeigt bereits erste Ergebnisse: Die Zahl der Strecken wächst, das Passagieraufkommen steigt, und das Land wird zu einem immer sichtbareren Punkt auf der Luftfahrtkarte Europas.
