Montenegro steht an der Schwelle zu einem Technologiesprung — genau diese Ansicht äußerte der globale Investor Mohamed Alabbar auf der zweiten nationalen Konferenz über künstliche Intelligenz in Podgorica und erklärte, dass seine künftigen Projekte im Land vollständig von künstlicher Intelligenz entworfen und gesteuert werden sollen. Seinen Worten zufolge haben kleine Staaten eine einzigartige Möglichkeit, KI schneller und effizienter einzuführen als große Volkswirtschaften, und Montenegro sei der ideale Kandidat.
Kleiner Staat, große Chance: KI als Entwicklungsformel
Bei der Eröffnung der Konferenz „AI DIREKTNO: Crna Gora u vrijeme AI izazova“(„Montenegro in Zeiten der KI-Herausforderungen“), die am 3. Dezember stattfand, betonte der Vorsitzende der Vereinigung der Manager Montenegros, Budimir Rajčković, dass fortschrittliche Technologien zur Grundlage des Wirtschaftswachstums moderner kleiner Staaten werden.
Rajčković erinnerte außerdem daran, dass Podgorica kürzlich zur Europäischen Jugendhauptstadt 2028 gewählt wurde, und betonte, dass junge Menschen aktive Teilnehmer der digitalen Transformation sein sollten und nicht nur Nutzer.
Alabbar: „Montenegro kann ein Weltführer in der KI-Entwicklung werden“
Der Hauptredner der Konferenz, Gründer der Unternehmen Eagle Hills, Emaar und Noon, sagte wohl die ehrgeizigsten Worte des Tages: Montenegro könne der Ort für die Entstehung eines der fortschrittlichsten Projekte im Bereich der künstlichen Intelligenz weltweit werden.
Seinen Worten zufolge werde KI in solchen Projekten zentrale Parameter der Lebensqualität überwachen — von Energie und Umweltverschmutzung bis hin zu Sicherheit und Kinderbetreuung — bei vollständiger Einhaltung der Gesetze und Umweltstandards. Alabbar betonte außerdem, dass die nächste Stufe der globalen Entwicklung Städte sein werden, die vollständig von KI gesteuert werden. Das seien, so sagte er, nicht einfach „Smart Cities“, sondern eine neue Form der Urbanisierung, in der Entscheidungen dank Algorithmen schneller und präziser getroffen werden.
KI als neues Talent: der Vorteil kleiner Staaten
Besondere Aufmerksamkeit erregte Alabbars Gedanke, dass „das Talent jetzt in der Maschine liegt“, was kleinen und flexiblen Staaten einen Vorteil verschaffe. Er nannte ein Beispiel: Früher benötigte sein Team sechs Monate, um einen Komplex mit einer Fläche von einer Million Quadratmetern zu entwerfen. Heute dauert das dank KI nur noch zwei Tage. „Das von KI erzeugte Design ist so gut, dass selbst die besten Architekten es nicht verbessern könnten. Und es macht keine Fehler“, sagte er.
Dukaj: „Die KI-Entwicklungsstrategie wird die Art und Weise des Lebens und Arbeitens verändern“
Der Minister für öffentliche Verwaltung, Maraš Dukaj, bestätigte, dass bald die erste nationale Strategie für künstliche Intelligenz fertiggestellt wird, die in Zusammenarbeit mit Experten, dem privaten Sektor und internationalen Partnern entwickelt wurde. „Die Entwicklung von KI ist nicht nur ein technologischer Prozess, sondern auch eine soziale Transformation“, betonte er. Dukaj hob hervor, dass der Staat die Institutionen stärkt, die Cybersicherheit ausbaut, die regionale Zusammenarbeit fördert und sich zudem verpflichtet, die Privatsphäre der Bürger zu schützen und öffentliche Dienstleistungen zu verbessern.
Spajić: „KI kann sich zu einem Entwicklungssektor auf einer Stufe mit Tourismus und Energie entwickeln“
Der wirtschaftliche Aspekt war ein zentrales Thema im Gespräch zwischen Ministerpräsident Milojko Spajić und der Direktorin des NTP, Valentina Radulović. Spajić erklärte, dass KI bereits Teil des Alltags sei: „Jeder, der ein Smartphone benutzt, nutzt bereits ChatGPT, Grok oder andere KI-Tools.“ Seiner Meinung nach ist ein großer Vorteil Montenegros die günstige und verfügbare Elektrizität.Der Premierminister ist außerdem überzeugt, dass KI zu einem Schlüsselbereich der Entwicklung werden kann, vergleichbar in seiner Bedeutung mit Tourismus und Energie. „KI ist keine Vertikale, sondern eine Horizontale. Sie wird in jeder Branche eingesetzt. Programmieren ist für alle da, und alle sollten es lernen“, sagte er. Spajić betonte, dass Montenegro eine reale Chance habe, eine wettbewerbsfähige technologische Wirtschaft aufzubauen, wenn es dem Land gelinge, Humankapital und Energieressourcen zu vereinen.Montenegro an der Schwelle zu einem TechnologiesprungDie Schlussfolgerung aller Konferenzteilnehmer ist eindeutig: Montenegro hat die Chance, zu einem der
vielversprechendsten Standortefür die Entwicklung künstlicher Intelligenz in der Region und darüber hinaus zu werden. Die Kombination aus globalen Investitionen, staatlicher Strategie, jungem Talent und Energieressourcen ebnet den Weg für eine neue technologische Ära, in der KI zum Motor für Modernisierung, Wirtschaftswachstum und die Entstehung neuer Industrien werden kann. Sollten sich die Ankündigungen in konkrete Projekte verwandeln, könnten die kommenden Jahre den Beginn eines neuen technologischen Kapitels in der Geschichte Montenegros markieren.Fotoquelle.
