Montenegro verschärft die Kontrolle über digitale Plattformen, darunter Booking und Airbnb, sowie über Einkünfte aus Kryptowährungen. Die neuen Änderungen des Gesetzes über die Steuerverwaltung, die bis zum 19. November zur öffentlichen Diskussion gestellt wurden, sehen vor, dass sich alle Betreiber digitaler Plattformen — Booking, Airbnb und kryptowährungsbezogene Dienste — in Montenegro registrieren müssen.
Darüber hinausImmobilienbesitzer und Privatpersonen, die Wohnraum über Internetplattformen vermieten oder Einkünfte aus Kryptowährungen erzielen,werden verpflichtet sein, Vermögen und Einkünfte zu deklarieren.
Steuertransparenz und automatischer Datenaustausch mit der EU
Ziel der Reform ist es, die Transparenz des Steuersystems zu erhöhen, das Ausmaß der Steuerhinterziehung zu verringern und die Gesetzgebungan die Richtlinien der Europäischen Union anzupassen. Nach dem Beitritt Montenegros zur EU wird das Land einen automatischen Informationsaustausch über Nutzer digitaler Plattformen und Inhaber von Krypto-Assets mit den Steuerbehörden der Mitgliedstaaten aufnehmen.
Die Behörden betonen, dass die Mobilität von Kapital, Dienstleistungen und Waren die Steuererhebung erheblich erschwert und neue Möglichkeiten zur Steuervermeidung geschaffen hat. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt Montenegro, sich aktiv an internationalen Initiativen zu beteiligen, darunter das Globale Forum für Steuertransparenz und den automatischen Informationsaustausch.
Registrierung von Betreibern von Booking, Airbnb und anderen Plattformen
Laut dem Gesetzentwurf müssen sich alle Unternehmen, die digitale Plattformen für die Vermietung von Unterkünften, die Buchung von Transportleistungen oder die Erbringung anderer Dienstleistungen betreiben, in Montenegro registrieren, sofern sie nicht in einem EU-Mitgliedstaat registriert sind.
Solche Betreiber müssen:
- Daten über die Nutzer der Plattform und ihre Transaktionen sammeln und speichern;
- den Steuerbehörden Informationen über die Höhe der Provisionen, einbehaltene Steuern und die Anzahl der Transaktionen übermitteln;
- alle Daten mindestens fünf Jahre lang aufbewahren.
Diese Vorschriften entsprechen den europäischen Standards und zielen aufdie Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehungab.
Kryptowährungen unter voller Kontrolle
Die Änderungen betreffen auch Eigentümer und Betreiber, die mit Krypto-Assets arbeiten.
Alle Kryptowährungstransaktionen werden in ein einheitliches EU-Register eingetragen, und Unternehmen, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Krypto-Assets anbieten, müssen sich bei der Wertpapierkommission Montenegros registrieren, wenn sie nicht bereits in einem anderen EU-Land registriert sind.
Diese Unternehmen müssen alle Kunden — sowohl natürliche als auch juristische Personen — erfassen und Angaben machen zu:
- Transaktionen,
- Vermögenswerten,
- Einkünften aus Kryptowährungsgeschäften.
Alle Informationen werden gemäß dem EU-Common-Reporting-Standard (CRS) überprüft.
Ende der „grauen“ Vermietung
Einer der zentralen Aspekte der Reform wird die Einbeziehung aller Vermieter in das Steuersystem sein, die bislang keine Steuern auf Einkünfte gezahlt haben, die über Plattformen wieAirbnbundBookingerzielt wurden.
Im Gesetzentwurf wird ausdrücklich festgelegt, dass Personen, die gegen die neuen Anforderungen zur Datenerhebung und -übermittlung verstoßen, zur Verantwortung gezogen und mit
Geldstrafenbelegt werden.
- Die Behörden erwarten, dass diese Änderungen:
- das Ausmaß der Schattenwirtschaft verringern,
- die Steuereinnahmen des Staatshaushalts erhöhen,
Wann die Änderungen in Kraft treten
