Die Europäische Union empfiehlt Montenegro, die Reformfortschritte zu beschleunigen, insbesondere in den Bereichen Justiz, Meinungsfreiheit, Medienfreiheit, Korruptionsbekämpfung und organisierte Kriminalität sowie der Reform der öffentlichen Verwaltung. Dies geht aus dem Entwurf eines Dokuments hervor, das auf der Sitzung des EU-Rats für Allgemeine Angelegenheiten am 16. Dezember 2025 in Brüssel angenommen werden soll, berichtet Radio Free Europe.
Die Europäische Union begrüßt die erzielten Fortschritte
Der EU-Rat stellte„erhebliche Fortschritte“fest, die Montenegro auf dem Weg zur Mitgliedschaft erzielt hat: Alle 33 Verhandlungskapitel sind eröffnet, 12 davon vorläufig geschlossen. Brüssel betont jedoch, dass das Land die Erfüllung der Abschlusskriterien beschleunigen muss, vor allem in den zentralen Kapiteln zur Rechtsstaatlichkeit – 23 und 24.
Der Kampf gegen Korruption bleibt eine Schwachstelle
Im Entwurf des Dokuments heißt es, dass die administrativen Kapazitäten des Landes gestärkt werden müssen und die Zahl der endgültigen Gerichtsurteile in Fällen von hochrangiger Korruption weiterhin „niedrig“ bleibt. Die Europäische Union erwartet von Montenegro bessere Ergebnisse bei der Untersuchung und Verfolgung von hochrangiger Korruption sowie von Fällen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität.
Migrationspolitik: Fortschritte sind vorhanden, aber vollständige Angleichung an die EU ist erforderlich
Es wird eine Verbesserung in der Asylpolitik und beim Management der Migrationsströme festgestellt. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit einer vollständigen Angleichung an die Visapolitik der Europäischen Union betont.
Wirtschaftliche Empfehlungen: Schulden senken und Transparenz erhöhen
Im wirtschaftlichen Bereich fordert die Europäische Union Montenegro auf, die Reformen fortzusetzen, die Staatsverschuldung zu reduzieren sowie das Finanzmanagement und die Transparenz der Arbeit staatlicher Strukturen zu stärken.
Kontext: Die Europäische Union strebt eine Erweiterung bis 2029 an
Der Jahresbericht der Europäischen Kommission zur Erweiterung bestätigt die Ernsthaftigkeit der Absicht Brüssels, bis zum Ende des Mandats der derzeitigen Kommission im Jahr 2029 neue Mitglieder aufzunehmen. Der am 4. November veröffentlichte Bericht war der erste nach dem Amtsantritt der neuen Kommission. Darin wird der Fortschritt (oder dessen Fehlen) von zehn Kandidatenländern bewertet, darunter sechs Staaten des Westbalkans — Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Serbien, Albanien, Kosovo und Nordmazedonien — sowie Moldau, die Ukraine, Georgien und die Türkei.

