Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Montenegros ist im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 6,1 Prozent gestiegen, vor allem dank des Wachstums des privaten Konsums, teilte gestern das StatistikamtMonstat.
Das BIP belief sich in diesen drei Monaten auf 1,22 Milliarden Euro, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres 1,03 Milliarden Euro betrug. Das BIP verzeichnete ein nominales Wachstum von 18,2 Prozent, und ohne den Einfluss der Inflation lag das reale Wachstum bei 6,1 Prozent.
Der Konsum der privaten Haushalte als ein Teil des BIP belief sich in diesem Quartal auf 1,09 Milliarden Euro und lag damit um 207 Millionen Euro bzw. 23 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gemeint ist der gesamte Umsatz, der von Bürgern getätigt wird, seien es Bürger Montenegros, Touristen oder Ausländer mit befristetem Aufenthalt (Aufenthaltstitel).
Auf dieses Wachstum des Konsums wirkten sich steigende Löhne und andere Einkommen der Bürger, die Zunahme der Touristenzahlen und ihres Konsums sowie die steigende Zahl von Ausländern mit Aufenthaltstitel, insbesondere aus der Ukraine und Russland, aus.
Zum BIP gehört auch der Staatskonsum, der in diesen Vergleichszeiträumen von 232 Millionen auf 259 Millionen Euro bzw. um 11,6 Prozent gestiegen ist. Die Staatsausgaben für öffentliche Projekte stiegen im Rahmen des Inflationsniveaus und hatten daher keinen Einfluss auf das reale Wachstum.
Die Bruttoanlageinvestitionen der Wirtschaft stiegen von 253 auf 286 Millionen Euro, was einem Wachstum von 13 Prozent entspricht und das Inflationsniveau nur geringfügig übersteigt.
Ein Posten, der unter montenegrinischen Bedingungen fast immer negativ auf das BIP wirkt, ist die Bilanz zwischen Importen und Exporten von Waren und Dienstleistungen. Diese Bilanz wies in diesen drei Monaten ein Minus von 430 Millionen Euro auf, während der Verlust im gleichen Zeitraum des Vorjahres 334 Millionen Euro betrug. Der negative Effekt dieses Postens hat sich also um 28 Prozent erhöht.
Die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen belief sich auf 666 Millionen Dollar und stieg um 178 Millionen Dollar, während die Einfuhren um 273 Millionen auf 1,09 Milliarden Dollar zunahmen. Gründe für den Anstieg dieses negativen Effekts sind die verstärkte Einfuhr von Waren des allgemeinen Bedarfs, wie Lebensmittel um 30 Prozent, Autos um 74 Prozent, Getränke und Tabakwaren um 57 Prozent, Erdölprodukte um 18 Prozent, Kleidung um 38 Prozent und Schuhe um 67 Prozent.

