Ostern in Montenegro ist einer der bedeutendsten und feierlichsten Feiertage und vereint orthodoxe Religiosität, alte Bräuche und familiären Geist. Im Land werden einzigartige Traditionen des Eierfärbens, der Gottesdienste und der Festessen bewahrt, die die Seele des Volkes und seine Haltung zu Glauben und Leben offenbaren.
Vorbereitung auf Ostern: Die Große Fastenzeit und Palmsonntag
Die Vorbereitung beginnt mit der 40-tägigen Großen Fastenzeit, in der die Gläubigen auf Fleisch und Milchprodukte verzichten und manchmal auch auf Öl und Wein. Diese spirituelle Reinigungsphase endet mit einem Gefühl der Erneuerung.
Palmsonntag ("Lazareva subota") eröffnet die Karwoche. Es ist der Gedenktag an die Auferweckung des Lazarus und der Beginn der Karwoche. Im Volksmund sagt man häufiger Cveti, weil die Gläubigen an diesem Tag Eichen-, Weiden- oder Olivenzweige in die Kirche bringen. Sie werden geweiht und anschließend in den Häusern zum Segen aufgehängt. Kinder tragen fröhliche Glöckchen – ein Symbol für die Ankunft des Erlösers.
Ostersamstag und das «heilige Feuer»
Am Samstagabend (oder früh am Morgen in der Osternacht) beginnen die wichtigsten Gottesdienste. In einigen Küstenstädten, zum Beispiel in Kotor und Herceg Novi, wird das Wasser am Strand geweiht, und anschließend werden sogar Taufrituale durchgeführt – Wiedergeburt im wörtlichen Sinn. Dabei endet die wichtigste «Ostermesse» mit dem Teilen der geweihten Speisen: Eier, Gebäck, Fleisch und Wein.
Ostersonntag: Eier, Festmahl und «Tjuzanje»
Der Ostermorgen in Montenegro beginnt mit den Worten «Hristos vaskrse!» — «Vaistinu vaskrse!» — so klingt der traditionelle orthodoxe Gruß. Im Alltag hört man jedoch häufiger einen weltlicheren Wunsch: „Srećan Uskrs!“ — «Frohe Ostern!» Nach dem Gottesdienst in der Kirche ist Zeit für das Familienfestmahl: Auf dem Tisch stehen Schinken, Käse, Oliven, Kräuter, Osterspeisen und natürlich bemalte Eier.
