Sechzehn KilometerStraße von Budva bis zum Flughafen Tivatentlang der montenegrinischen Küste wird vom chinesischen Konsortium „Shandong“ für fast 54 Millionen Euro gebaut.
Nach Angaben von Radio Free Europe (RSE) sind das 14 Millionen Euro mehr, als die Behörden ausgeben wollten.
Von diesen 54 Millionen Euro stellte der Staat weniger als 15 Millionen bereit, hieß es auf der Regierungssitzung Ende September. Die Regierung erklärte, die fehlenden Mittel würden aus dem „Kapitalhaushalt oder anderen Finanzierungsquellen“ kommen.
RSE erhielt von der Staatlichen Straßenverwaltung keine Antwort darauf, ob der Staat am Ende die Schulden übernehmen wird.
Zuvor hatte Montenegro bereits negative Erfahrungen mit der Aufnahme von Krediten für Projekte gemacht, die von chinesischen Unternehmen umgesetzt wurden, etwa beim Bau eines Autobahnabschnitts, schreibt RSE.
Der Wirtschaftsanalyst Mirza Muleshkovic schätzt gegenüber RSE ein, dass der Einfluss Chinas in Montenegro und in der Region in den letzten Jahren gewachsen ist, teilweise aufgrund der Kredite, die das Land Regierungen anbietet und mit deren Hilfe seine Unternehmen Projekte realisieren.
Und die Tatsache, dass vier von acht Angeboten für den Bau des Boulevards von chinesischen Unternehmen eingereicht wurden, zeigt das Interesse chinesischer Firmen an Geschäften in Montenegro.
Wird der Boulevard teurer als vereinbart?
Das Konsortium „Shandong Foreign Economic and Technical Cooperation“ und die „Shandong Luqiao Group“ hat vor einem halben Jahr eine Niederlassung in Podgorica registriert.
Der Preis der Straße von 54 Millionen Euro könnte jedoch dennoch steigen, da die Ausschreibungsunterlagen eine Gleitklausel enthalten, die insbesondere Auftragnehmer vor inflationsbedingten Marktschwankungen schützt.
„Ob er höher oder niedriger als der Angebotspreis ausfällt, hängt in erster Linie von der Preisentwicklung bei Metallen, Treibstoff, Sand, Zement … ab“, heißt es in der Mitteilung der Regierung zur Bereitstellung der fehlenden Finanzmittel für den Bau des Boulevards.

