Früher wurde in der Regierung darüber diskutiert, dass die Bedingungen für den Erwerb der Staatsbürgerschaft in Montenegro erleichtert werden könnten. Auf diese Weise würde das Land weitere 13.000 bis 15.000 Wahlberechtigte gewinnen, die sich mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis in Montenegro aufhalten. Dabei handelt es sich vor allem um Bürger aus Serbien, Russland sowie Bosnien und Herzegowina.
Am 8. April erklärte jedoch der Exekutivdirektor des Zentrums für Bürgerfreiheiten, Boris Maric, dass Änderungen an dem Beschluss über die Kriterien zur Festlegung der Bedingungen für den Erwerbder montenegrinischen Staatsbürgerschaftdurch Einbürgerung zu keinerlei Wahlmanipulation oder Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur führen würden
Sollten die neuen Änderungen genehmigt werden, könnten mehr als 40.000 Bürger Montenegros, die in anderen Ländern leben, das Wahlrecht verlieren – die sogenannten „Vertreter der Diaspora“. Die Opposition bezeichnete diese Maßnahmen als „Rezept zur Zerstörung Montenegros“ oder als „Bedrohung der Souveränität“.
Deshalb fanden gestern in vielen montenegrinischen Städten Protestaktionen von Bürgern statt, die mit den neuen Änderungen unzufrieden sind. Mehrere hundert Einwohner versammelten sich vor Regierungsgebäuden, und zahlreiche Straßen im ganzen Land wurden blockiert. Darüber berichtet die NachrichtenagenturRCTG.
Elena Markovic vom Gemeinderat der Liberalen Partei Montenegros war bei einem Treffen mit Ministerpräsident Zdravko Krivokapic und bat ihn, vor der Menge vor dem Regierungsgebäude zu sprechen oder den Demonstranten schriftlich eine Bestätigungdes Verzichts auf die verabschiedete Entscheidung zu übermitteln.

