Autobahn Bar–Boljare geht in die abschließende Phase der Ausschreibung ein — heute wird mit dem Eingang finanzieller Angebote von fünf Unternehmen gerechnet, teilte die Ministerin für Verkehr und Seefahrt, Maja Vukićević, mit. Parallel dazu laufen die Arbeiten am Projekt Tivat–Jaz, das ihren Worten zufolge bis zur Sommersaison 2026 abgeschlossen sein soll.
Die Ministerin stellte klar, dass die technische Phase der Ausschreibung bereits abgeschlossen ist und dass der staatliche Konzern Monteput gemeinsam mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) für den Prozess verantwortlich ist. Jede Phase wird von der Bank genehmigt, da das Projekt teilweise aus einem Zuschuss in Höhe von 150 Millionen Euro und einem zinsgünstigen Kredit finanziert wird, die Montenegro gewährt wurden.
„Wir erwarten fünf gültige Angebote. Nach deren Eingang wird die Kommission die Unterlagen prüfen, und wir hoffen, rasch zur Vertragsunterzeichnung überzugehen“, erklärte Vukićević.
Sie betonte, dass der neue Vertrag „streng festgelegt“ sein werde und eine Frist von fünf Jahren für die Fertigstellung von Planung und Bau vorsehe, wobei die Auftragnehmer für etwaige Verzögerungen finanziell haftbar gemacht würden.
Autobahn Tivat–Jaz — zentrale Priorität der Saison 2026
Zur Situation beim Projekt Tivat–Jaz äußerte Vukićević, dass die Umsetzung auf Probleme gestoßen sei:
„Von Anfang an war ich nicht zufrieden damit, wie dieses Projekt begonnen wurde“, sagte sie und erklärte, dass die Verzögerung durch unvorhergesehene ingenieurtechnische Arbeiten verursacht wurde, darunter die Verlegung von Wasserleitungen und Stromnetzen.
Trotz der Schwierigkeiten betonte die Ministerin, dass das Projekt vor Beginn des nächsten Sommers abgeschlossen sein muss, da dieser Abschnitt für den Küstentourismus von entscheidender Bedeutung ist.
Montenegro beschleunigt Straßenprojekte im ganzen Land
Laut Vukićević werden derzeit im Land 12 Infrastrukturprojekte umgesetzt, weitere vier sind startbereit, und für sieben laufen Ausschreibungen. Zu den Prioritäten zählen die Autobahn Vrulja–Mjakovići, Trešnjevik–Andrijevica, Petnica–Bioča und der Abschnitt durch Mrkojevići.
Separat hob die Ministerin die Sanierung gefährlicher Abschnitte hervor, wie etwa den Erdrutsch Sokolvina, der den Verkehr ein Jahrzehnt lang behindert hat, und äußerte die Zuversicht, dass er bis Jahresende beseitigt sein wird.
Trassenanpassungen und Umweltaufsicht
Zu den Gründen für die Verzögerungen bei der zweiten Phase der Autobahn Bar–Boljare erklärte Vukićević, dass die Trasse nach der Umweltverträglichkeits- und Sozialprüfung geändert worden sei.
„Wären wir auf der alten Route geblieben, auf der zahlreiche Objekte abgerissen werden müssten, hätte die EBWE die Finanzierung nicht genehmigt“, erklärte die Ministerin.
Damit ist die neue Trasse an die Anforderungen der internationalen Partner angepasst, und die Regierung rechnet damit, dass der Bau bereits 2026 beginnen wird.
