Tourismus & Freizeit7. August 2025

Windpark Gvozd: Bemax wird den Bau bis Ende 2025 abschließen

Der Bau des Windparks Gvozd auf dem Krnovo-Plateau bei Nikšić geht in die Zielgerade. Das Bauunternehmen Bemax hat das Fundament für eine der letzten Turbinen – den Windgenerator 7/8 – fertiggestellt. Das 82 Millionen Euro teure Projekt ist zu einem der...

Bau des Windparks Gvozd auf dem Plateau Krnovo bei Nikšić geht in die Zielgerade. Das Bauunternehmen Bemax hat die Betonierung des Fundaments für eine der letzten Turbinen abgeschlossen — den Windgenerator 7/8. Das Projekt im Wert von 82 Millionen Euro ist in den letzten Jahren zu einer der größten Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien in Montenegro geworden.

Energie — bis Ende 2025

Laut einer Erklärung des Generaldirektors von Elektroprivreda Crne Gore (EPCG), Ivan Bulatović, könnte der Windpark bereits bis Ende 2025 an das Stromnetz angeschlossen werden. Dies würde den Beginn der Erzeugung von „grüner“ Energie durch Anlagen ermöglichen, die etwa 150 GWh Strom pro Jahr produzieren werden — genug, um mehr als 25.000 Haushalte zu versorgen.

Das Projekt umfasst die Installation von acht Windturbinen, mit einer Gesamtleistung von 54,6 MW. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung der Energiewende des Landes und der Verringerung der CO2-Emissionen.

Finanzierung durch die EBRD und vollständiges Eigentum der EPCG

Der Windpark Gvozd ist das erste Projekt im Bereich der erneuerbaren Energien, das EPCG vollständig eigenständig und ohne Beteiligung ausländischer Investoren entwickelt. Die Finanzierung wurde durch ein im Dezember 2021 unterzeichnetes Darlehen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) gesichert. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 82 Millionen Euro.

Dies ist ein strategischer Schritt zur Diversifizierung der Energieressourcen des Landes und zur Stärkung seiner Energieunabhängigkeit.

Wer ist Bemax und woran arbeitet das Unternehmen sonst noch?

Bemax ist eines der aktivsten Bauunternehmen in Montenegro mit Sitz in Podgorica. Es ist für ein breites Spektrum an Projekten in den Bereichen Straßeninfrastruktur, Wohnungsbau und Energie bekannt. Das Unternehmen ist seit mehr als zwei Jahrzehnten auf dem Markt tätig und gewinnt regelmäßig große Ausschreibungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor.

Den sichtbarsten Fußabdruck hinterließ Bemax im Rahmen des Autobahnprojekts Bar–Boljare, wo das Unternehmen als Subunternehmer des chinesischen CRBC auftrat und einen erheblichen Umfang an Bauarbeiten ausführte, darunter Brücken, Tunnel und Streckenabschnitte. Außerdem war Bemax aktiv an städtischen Infrastrukturprojekten beteiligt, einschließlich gewerblicher und Wohnbebauung in Podgorica und an der Küste — zum Beispiel in Luštica Bay und Capital Plaza.

Gleichzeitig geriet das Unternehmen neben den Großaufträgen mehrfach ins Visier von Untersuchungen unabhängiger Medien und Antikorruptionsorganisationen. Die montenegrinische unabhängige Nichtregierungsorganisation MANS (Mreža za afirmaciju nevladinog sektora, was übersetzt Netzwerk zur Förderung des Nichtregierungssektors bedeutet) wies in mehreren Veröffentlichungen auf Anzeichen systematischer Bevorzugung von Bemax durch staatliche Stellen hin. So wurde in einer Untersuchung ein Fall beschrieben, in dem Bemax den Auftrag für den Bau einer Überführung in Bar erhielt, obwohl die Konkurrenz günstigere Angebote abgegeben hatte. Änderungen in den Ausschreibungsunterlagen wurden erst nach Abschluss der Ausschreibung vorgenommen, was dem Unternehmen einen Vorteil verschaffte (Quelle).

In einem anderen Fall, der mit dem Projekt zur Rekonstruktion des Straßenabschnitts Risan–Žabljak verbunden war, schloss die Direktion für den Straßenverkehr andere Teilnehmer aus und ließ Bemax ohne Wettbewerb durch, trotz Verfahrensverstößen (mans.co.me). Ähnliche Zweifel kamen bei der Analyse der Ausschreibung für den Bau der Westumfahrung von Podgorica auf, deren Wert über 20 Mio. Euro lag. Die Beschwerdekommission hob später die Entscheidung über den Sieg von Bemax wegen festgestellter Verstöße im Verlauf der Ausschreibung auf (vijesti.me).

Einige Analysten und Vertreter der Zivilgesellschaft bezeichnen Bemax informell bereits als „Symbol des eroberten Staates“ — ein Begriff, mit dem das systematische Eindringen von Geschäftsinteressen in die Struktur politischer und wirtschaftlicher Entscheidungsprozesse beschrieben wird (mans.co.me). Diese Charakterisierung betont weniger eine juristische Schuld als vielmehr die anhaltende Wahrnehmung, dass staatliche Ressourcen in einem engen Kreis von Vertrauten verteilt werden.

Dennoch arbeitet Bemax trotz Reputationsrisiken weiterhin aktiv an Objekten im ganzen Land — darunter Autobahnen, wasserbauliche Anlagen und touristische Infrastruktur. Das Unternehmen bleibt einer der größten Akteure im Bausektor in Montenegro, und sein Einfluss in diesem Bereich ist kaum zu überschätzen.

Bemax beteiligt sich weiterhin an neuen Infrastruktur- und Energieprojekten. Zu den jüngsten gehören der Windpark Gvozd auf dem Plateau Krnovo, der Bau von Kläranlagen sowie die Beteiligung an der Rekonstruktion der Flughäfen Tivat und Podgorica.

Dieser zwiespältige Ruf macht das Unternehmen sowohl wegen seiner technischen Leistungen als auch wegen möglicher Verbindungen zu Machtzentren zum Gegenstand öffentlicher Kritik. Im Zuge der schrittweisen Demokratisierung Montenegros wächst das Interesse an der Transparenz solcher Verträge, und Bemax steht weiterhin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Bedeutung des Projekts Gvozd für Montenegro

  • Strategische Verringerung der Abhängigkeit von Stromimporten
  • Unterstützung des Übergangs zu einer klimaneutralen Wirtschaft
  • Stärkung der Position Montenegros im Bereich nachhaltiger Energie auf dem Balkan
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze in Nikšić und den umliegenden Regionen

In Zukunft könnte der Windpark Gvozd zur Grundlage für zusätzliche Investitionen in die grüne Energie des Landes werden.

Video der Fundamentbetonierung auf dem YouTube-Kanal von Bemax:

https://youtu.be/m0AXv0uowts