Das System der einheitlichen Covid-Zertifikate (EUDCC) wird in der EU ab dem 1. Juli eingeführt

Das Hauptziel der Covid-Zertifikate ist es, Reisen unter den Bedingungen der Pandemie zu erleichtern, vor allem in der Sommersaison. Die europäischen Zertifikate werden drei Arten umfassen – sie bestätigen die Impfung gegen das Coronavirus, einen negativen Test oder die Genesung nach einer durchgemachten ...

Das Hauptziel der Covid-Zertifikate ist es, Reisen unter den Bedingungen der Pandemie zu erleichtern, vor allem in der Sommersaison. Europäische Zertifikate werden es in drei Arten geben – als Nachweis einer Coronavirus-Impfung, eines negativen Tests oder der Genesung nach durchgemachter Krankheit. Die Bescheinigungen sind kostenlos.

Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, können ein Zertifikat frühestens 11 Tage nach einem positiven PCR-Test erhalten. Es gilt 180 Tage lang. Antikörpertests sind bislang kein Grund für die Ausstellung von Zertifikaten.

Die Zertifikate gelten in 31 Ländern: in 27 EU-Ländern sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, die nicht zur EU gehören, aber Teil des Schengen-Raums sind. Die meisten von ihnen haben schon früher mit der Ausstellung digitaler Bescheinigungen begonnen.

Nach Angaben der Europäischen Kommission sind sieben Länder dem einheitlichen System zur Überprüfung der Zertifikate noch nicht beigetreten, technisch aber bereits dazu bereit. Ihnen wurde eine Übergangsfrist bis zum 12. August eingeräumt, um die neuen Bescheinigungen endgültig einzuführen.

Das System der einheitlichen Covid-Zertifikate der EU: wie es funktioniert und wo man es erhält

Das Zertifikat kann sowohl in digitaler als auch in Papierform erhalten werden. Im ersten Fall muss man für die Nutzung eine separate App herunterladen. Jedes EU- oder Schengen-Land erstellt dafür seine eigene Anwendung. In Deutschland werden dafür zwei mobile Apps verwendet: CovPass und Corona-Warn-App.

Außerdem wurde zur Überprüfung der Echtheit des Zertifikats ein digitales System geschaffen. Das Hauptelement der Bescheinigung ist der QR-Code. Durch das Scannen können befugte Personen überprüfen, ob das Zertifikat gefälscht ist. Die Europäische Kommission hat ein Portal geschaffen, über das die Länder Schlüssel zur Überprüfung der Echtheit von QR-Codes austauschen. Wer genau die Schlüssel zur Überprüfung der Zertifikate erhält, entscheiden die Behörden jedes Landes.

Wer genau die Covid-Zertifikate ausstellt, hängt vom jeweiligen Land ab. Vorgesehen ist, dass die Menschen die Bescheinigungen zum Beispiel in Impfzentren oder Arztpraxen erhalten, in denen ihnen die Impfung verabreicht wurde.

Wie können Bürger Russlands, Weißrusslands oder der Ukraine ein Covid-Zertifikat erhalten?

Covid-Zertifikate können nicht nur in der EU ansässige Personen erhalten. Bürger von Drittstaaten, zum Beispiel Russland, der Ukraine oder Weißrussland, haben ebenfalls das Recht darauf. Dafür müssen sie jedoch zunächst legal in die EU einreisen. An der Grenze legen sie dabei einen Nachweis über die Impfung oder den Test vor, den sie zu Hause erhalten haben. Welche Nachweise anerkannt werden, entscheidet jeder EU- oder Schengen-Staat. Und bereits auf dem Gebiet der Europäischen Union kann man ein europäisches Zertifikat beantragen. Ob es ausgestellt wird oder nicht, entscheiden ebenfalls die Behörden jedes Landes.

Es gibt auch eine andere Möglichkeit. Die EU-Verordnungen sehen die Anerkennung digitaler Zertifikate vor, die von Drittstaaten ausgestellt wurden. Dafür muss ihr Ausstellungssystem mit dem europäischen kompatibel sein. Diese Kompatibilität prüft die Europäische Kommission.

Die ukrainische Regierung begann bereits im April einen Dialog mit Brüssel über die gegenseitige Anerkennung von Zertifikaten. Und ab dem 1. Juli beginnt im Land der Betatest digitaler Impfnachweise. Russland hingegen hat bislang keine Anträge bei der Europäischen Kommission auf Anerkennung der Gleichwertigkeit von Zertifikaten gestellt.

Wozu braucht man das Covid-Zertifikat der Europäischen Union?

In der EU betont man, dass das Zertifikat keine Voraussetzung für Reisen durch Europa ist, diese aber erleichtert. Anders gesagt: Wenn jemand eine solche Bescheinigung hat, bedeutet das noch nicht, dass er ohne jegliche Einschränkungen reisen kann. Alles hängt von den Regeln in jedem einzelnen Land oder jeder Region ab. Wenn die lokalen Behörden beispielsweise irgendwelche Beschränkungen für vollständig geimpfte Einwohner ihres Landes aufheben, müssen dieselben Regeln auch für Bürger anderer Länder mit einem Zertifikat über die Coronavirus-Impfung gelten.

Für welche Impfstoffe werden in der EU COVID-Zertifikate ausgestellt?

Covid-Zertifikate werden für alle Impfungen ausgestellt, die auf dem Gebiet der EU vorgenommen wurden, unabhängig vom Präparat. Eine andere Frage ist die Anerkennung. Verbindlich anerkannt werden alle in der Europäischen Union registrierten Impfstoffe. Derzeit sind das vier: BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson. Ein offizieller Vertreter der Europäischen Kommission stellte klar, dass die EU diese vier Impfstoffe anerkennt, auch wenn sie in Fabriken hergestellt wurden, die nicht von der europäischen Aufsichtsbehörde zertifiziert sind.

Darüber hinaus können in der Europäischen Union auch Impfstoffe anerkannt werden, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den Einsatz in Notfallsituationen empfohlen werden. Auf dieser Liste stehen das indische Analogon von AstraZeneca Covishield sowie die chinesischen Impfstoffe Sinopharm und Sinovac.

Was den russischen Impfstoff Sputnik V betrifft, so hat er bislang weder eine Zulassung von der WHO noch von der europäischen Regulierungsbehörde EMA. Dennoch kann auch für diesen Impfstoff ein Zertifikat erhalten werden – in Ländern, in denen das Präparat aus Russland verwendet wird. Ob eine solche Bescheinigung anerkannt wird, entscheidet jedoch jeder EU-Staat selbst.

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